Heute verlassen wir Senja um auf die Vesterålen zu fahren. Im Vorfeld haben wir so einiges von der Fähre und der Überfahrt gelesen bzw gehört…
Uns wurde gesagt, dass die Fähre immer sehr voll ist und wir unbedingt sehr zeitig (am Besten 3 Stunden vor Abfahrt) dort sein müssen, um einen Platz zu bekommen. Camper-Reisende übernachten wohl gerne bereits in der Schlange zur Fähre und somit sei die erste Fähre des Tages sehr schnell voll. Da es nur 2-3 Überfahrten pro Tag gibt, kann man wohl auch mal Pech haben und muss eine lange Wartezeit einplanen. Zudem soll die Fähre extrem schaukeln, es handelt sich um eine Fähre aus der 70-iger Jahren…
Wir lassen uns nicht zu sehr verunsichern, starten aber trotzdem pünktlich, sodass wir den Hafen etwa 2 Stunden vor Abfahrt erreichen und stellen fest, dass…
1. Noch keine Camper in der Schlange stehen und
2. Wir gerade mal etwa das 10 Auto sind
Vielleicht trifft die Problematik ja in der Hauptsaison zu, aber wir können ganz entspannt auf die Fähre fahren.
Nun sind wir also noch auf den 2. Mythos, die schaukelnde Überfahrt gespannt… Und hier treffen die „Warnungen“ leider voll und ganz zu. Das Meer scheint sehr ruhig und trotzdem schaukelt die Fähre extrem. In Australien haben wir mal den Tipp bekommen den Horizont im Auge zu behalten, das würde den Gleichgewichtssinn beruhigen – hier schwierig, da auch dieser durch das starke Schaukeln immer wieder verschwindet. Die Überfahrt dauert etwa 1,5 h und wir sind wirklich froh, als der Hafen immer näher kommt und wir die Fähre verlassen können, wir sind uns nicht sicher wie lange es noch gut gegangen wäre… 😂
Die Fähre landet in Andenes, ganz im Norden der Vesterålen. Die Vesterålen sind weniger bekannt als die Lofoten, sollen aber mindestens genauso spektakulär sein. Auf verschiedenen Wanderungen soll es hier tolle Ausblicke auf Berge, Meer und kleine Fischerdörfer geben.
Wir starten direkt mit einer wirklich spektakulären Wanderung. Es geht hoch auf den Gipfel des Berges Måtind. Wie viele Wanderungen ist auch diese auf Grund der Höhe eher anspruchsvoll, teilweise müssen wir unsere Hände beim Aufstieg über Felsen zu Hilfe nehmen. Nach einem steilen Anstieg geht es dann allerdings über eine wunderschöne Hochebene mit tollen Blicken auf das Meer und schöne Seen. Am Ziel wartet ein ganz besonderer Ausblick auf die raue Küste der Fjorde. Wir machen eine längere Pause und genießen den Ausblick bevor es wieder bergab geht.
Die Nacht verbringen wir in einem winzigen, fast autofreien Fischerdorf, namens Nyksund.
Nyksund ist ein faszinierender Ort mit einer bewegten Geschichte – von einem florierenden Fischerdorf zur Geisterstadt und schließlich zum kreativen Rückzugsort. Nach einem Brand 1934 und dem technischen Wandel in der Fischerei verlor Nyksund an Bedeutung. In den 1970er Jahren wurde der Ort vollständig verlassen. Ab 1985 begannen deutsche Studenten mit dem Wiederaufbau. Ihr Engagement zog Künstler, Kreative und ehemalige Bewohner zurück. Heute leben hier überwiegend Deutsche, die den Ort am Leben halten. Besonders fasziniert uns die Bauweise der alten Häuser, die direkt am Meer gebaut sind. Wir übernachten in einem alten Haus mit wundervollem Blick auf das Fischerdorf. Ein toller Zwischenstopp!
Am nächsten Tag haben wir uns vorgenommen, die Dronningrouta zu wandern.
Die Dronningruta, auch bekannt als Königinnenweg, ist eine rund 15 Kilometer lange Rundwanderung. Die Wanderung führt uns entlang der dramatischen Küstenlinie und über Bergkämme mit spektakulären Ausblicken auf den Atlantik und die umliegenden Schären. Der Weg ist abwechslungsreich – von moorigen Wiesen, einem Sandstrand über felsige Pfade bis hin zu steilen Passagen, die teils mit Seilen gesichert sind, ist hier alles dabei. Eine wirklich schöne Wanderung für die wir allerdings auch den gesamten Tag benötigen.
Nach der Wanderung fahren wir weiter bis in den kleinen Ort Hovden, der wieder direkt und malerisch am Meer liegt.
Wir haben uns eine wundervolle Ferienwohnung mit einem Panoramafenster mit Blick auf den Atlantik gemietet.
In der Gegend unternehmen wir 3 Wanderungen. Die erste führt uns immer entlang am Meer durch moorige Landschaft und über Felsen. Bei dieser Wanderung geht es ausnahmsweise mal nicht bergauf, die Blicke sind trotzdem traumhaft schön.
Zusätzlich wandern wir an diesem Tag auf einen Berg, es geht kurz und steil bergauf bis wir in etwa 120 Metern über dem Meer einen tollen Blick vom Bufjellet genießen können. Der Blick reicht hinaus auf den Ozean und in eine kleine Bucht, die zum Baden einlädt. Die Vesterålen haben viele dieser Strände zu bieten, allerdings ist es uns einfach zu kalt, um einen Sprung in die Wellen zu wagen.
Für den letzten Tag haben wir uns eine besonders schöne Wanderung aufgehoben. Wir wandern auf den Vetten. Auch hier geht es wieder bergauf, allerdings weniger steil als auf den bisherigen Touren. Oben angekommen sind wir begeistert, wir genießen einen traumhaften Rundumblick auf den Ozean, die Fjorde und viele kleine Schären. Definitiv eine Wanderung die zu den Highlights der Vesterålen gehört. Unterwegs gibt es zwei Hütten, die für jedermann geöffnet sind und in denen man sich ausruhen oder auch einen Kaffee kochen kann. Eine tolle Idee.
Die Nachmittage verbringen wir bei kleinen Spaziergängen durch den Ort, in dem wir unsere Ferienwohnung haben, spielen, lesen und schauen einfach nur aus dem Fenster in die wunderbare Natur.


































Man kann sich an den Bildern gar nicht satt sehen, so eine faszinierende und wunderschöne Landschaft. Wow! Habt ihr toll eingefangen. Bei eurem Bericht über die Fährfahrt musste ich sehr lachen, da kamen direkt Erinnerungen an unsere Schnorcheltour in Australien hoch und an die Whale Watching Tour auf Island, die ich mit Tania gemacht habe 🤭 Gut, dass ihr wohlbehalten angekommen seid und sich die anderen Mythen nicht bewahrheitet haben. Nun bleibt nur noch die Frage – müsst ihr mit der gleichen Fähre auch wieder zurück? 😱
Ja, bei der Fahrt musste ich auch direkt an unsere Tour in Australien denken und habe nur gehofft, dass niemandem neben uns zu schlecht wird, aber die Abstände waren zum Glück größer… 😅
Nein, wir müssen mit der Fähre nicht wieder zurück fahren… Sonst hätten wir uns wohl spontan nochmal Tabletten besorgt… 🤢
Ein Glück 😂🙏🏻
Eure Unterkünfte sehen wirklich alle sehr gemütlich aus..👌 Eine 50 Jahre alte Fähre hätte der Tüv in Deutschland früher sofort lahm gelegt. Heute wahrscheinlich auch nicht mehr.🙃 Das warten darauf endlich kotzen zu können war bestimmt nicht lustig…😳
Coole Bilder.Traumhaft schön.Ich hätte jetzt die gleiche Frage gestellt wie Bella.
Zum Glück müssen wir nicht mehr mit dieser Fähre fahren. Allerdings wartet ganz am Ende nochmal eine längere Fährfahrt, hoffen wir, dass diese ruhiger wird… 🙂