Ningaloo Reef
Ningaloo Reef

Ningaloo Reef

Das Great Barrier Reef im Osten von Australien ist weltbekannt, aber es gibt auch ein Korallenriff im Westen Australiens, das Ningaloo Reef.
Einige behaupten, es wäre noch schöner als das Reef im Osten. Das wollen wir uns natürlich ansehen.

Von Monkey Mia sind es knapp 600km bis nach Coral Bay, unserem ersten Stopp am Reef und von dort sind es weitere knapp 250km bis zu unserem Stellplatz im Cape Range Nationalpark bei Exmouth.

Das ist so eine typische Strecke im dünn besiedelten Australien, unterwegs gibt es wenig Abwechslung, das Asphaltband zieht sich durch eine Menschenleere Landschaft ohne wirkliche Abwechslung. Die Natur ist karg, es gibt nur ein paar Büsche, an denen sich die Augen festhalten können, ansonsten gibt es nur unendlich weite Blicke bis zum vor Hitze flimmernden Horizont.
Radioempfang gibt es hier nicht, aber mittlerweile durchgehend 4G Internet – besser als an deutschen Autobahnen… 😅

Nach ca. 4 Stunden gibt es nur eine Insel der Zivilisation, Carnavon – ein kleiner Ort an einem meistens augetrocknetem Fluß. Hier füllen wir unsere Vorräte und unseren Tank auf und gehen einen Kaffee trinken.

Durch die Lage am Fluß wachsen hier Obst und Gemüse, eine Seltenheit im Westen Australiens. Dadurch können wir aber frisches Obst, wie z.B. eine Drachenfrucht oder ein Mangosorbet direkt von der Farm für 1-2€ kaufen, das ist sehr lecker und etwas Besonderes, denn frisches Obst und Gemüse ist hier in der Gegend nicht immer zu bekommen und wenn dann recht teuer. Z.B. kosten 100g Himbeeren um die 7-8€…

Coral Bay

Am späten Nachmittag erreichen wir Coral Bay. Zwei große Campingplätze, hunderte Touris, ein Bäcker, ein kleiner Shop, eine Kneipe und eine Lage direkt am feinsandigen Strand am Ningaloo Reef.

Auf dem Campingplatz wird klar, dass es hier einen großen Mangel an Wasser gibt.

Wir haben einen Platz mit Strom gebucht, damit können wir die Klimaanlage im Camper nutzen, was bei Temperaturen zwischen 30 und 40°C im Schatten angenehm ist.

Zu einem Stellplatz mit Strom gibt es auch immer Wasser, da es hier aber keine Frischwasserquelle gibt, ist das Wasser aus einem Bohrloch fast kochend heiß und 5x so salzig wie das Meer. Also ungeeignet zum trinken und Wassertank auffüllen.

Auf dem Campingplatz gibt es aber einen Wasserhahn mit entsalztem Meerwasser, gut verschlossen und gegen Bezahlung mit Hinterlegung eines Pfandes kann man hier Trinkwasser erhalten.
Eine Sache über die man in Deutschland nicht nachdenken muss…

Cape Range Nationalpark

Die Tage hier und auch später etwas weiter im Cape Range Nationalpark verbringen wir mit Baden, Schnorcheln und Wandern.

Eine Sache unterscheidet das Ningaloo Reef vom Great Barrier Reef: am Great Barrier Reef muss man stundenlang mit einem Boot raus auf das Meer fahren, um die Korallen und Fische zu sehen, aber hier kann man einfach vom Strand los schnorcheln, denn das Reef ist ganz nah.
So können wir sehr leicht und sehr ausführlich das Reef erkunden.

Wir sehen viele bunte Korallen, viele kleine und große Fischen in unvorstellbaren Farben und sogar Rochen.

Wirklich mal wieder so ein unvergessliches Erlebnis – kann man aber schwer für euch fotografieren, wenn ihr aber mal hier her kommt, oder mal googeln wollt, unsere Lieblingsplätze waren das Five Finger Reef und die Turquoise Bay.

Dieses Reef steht dem Great Barrier Reef unserer Meinung nach in nichts nach. Wissen muss man auch, dass der Klimawandel die Korallen ausbleicht und das Reef nicht mehr so farbenfroh wie vor 30 Jahren ist, aber noch immer ist es wunderschön.

Achja und dann gibt es da noch eine Sache, die man nur hier machen kann: Schwimmen mit Wahlhaien und da gerade Hochsaison dafür ist, kann sich Nici dieses Erlebnis nicht nehmen lassen. Allerdings ist dieses Erlebnis echt teuer und so fiel diese Entscheidung nicht ganz so leicht, wie sie sich hier liest. 😉 Je nach Anbieter kosten die Touren zwischen 300€ und 450€.

Bereits am frühen Morgen geht es raus aufs Meer. Bei einer kurzen Schnorcheltour wird die Ausrüstung ausprobiert, denn für das Schwimmen mit den Walhaien soll doch alles perfekt sein.

Um die Walhaie im unendlich wirkenden Ozean zu finden, teilen sich mehrere Anbieter ein sogenanntes Spotter-Flugzeug. Diese fliegen über dem Meer und geben den Skippern der Boote eine Info sobald ein Walhai gesichtet wurde.

Bei uns dauert es nicht lange und das Boot macht sich auf den Weg zum ersten Walhai. Wir sind 20 Gäste an Bord, zur gleichen Zeit sind allerdings immer nur 10 Schwimmer im Wasser erlaubt, das ist zum Einen wichtig für die Tiere zum Anderen aber auch besser für die Schwimmer, denn so hat jeder eine gute Chance diese unglaublichen Tiere zu beobachten.

Bereits beim ersten Versuch sehe ich meinen ersten Walhai, was für ein beeindruckender Augenblick, wenn so ein mächtiges Tier so friedlich durch das Wasser gleitet – unbeschreiblich schön! Aber auch der letzte Durchgang sollte nochmal ganz besonders werden. War der ursprünglich gesichtete Walhai bereits auf seinem Weg in die Tiefe des Ozean taucht überraschend ein weiteres Tier auf, das genau in meine Richtung schwimmt – ich genieße diesen Anblick und versuche jedes Detail für mich festzuhalten. 😍

Wir haben unfassbar viel Glück und können am Ende des Tages auf 5 Schwimmdurchgänge mit insgesamt 6 Walhaien, die zwischen 5 – 8 Meter groß sind (im Durchschnitt werden sie zwischen 4 und 12 Meter groß), zurückblicken.

Dieses Erlebnis ist wirklich beeindruckend und das Schwimmen mit dem zugleich größten Hai und Fisch der Welt anmutend, grandios, unvergesslich, aber auch irgendwie schwer in Worte zu fassen.

4 Kommentare

  1. Schuster

    Achso da war ja noch was , mal ein bischen mit Walhaien schwimmen … was für verrückte Sachen Ihr so erlebt 🤠 5Sterne !

    PS . Mir wäre es egal ob das Beef vom Great Barrier oder vom Ningaloo stammt ….😉

  2. Bella

    Diese Einsamkeit und Abgeschiedenheit die ihr beschreibt kann man sich hier in Deutschland wirklich nur sehr schwer vorstellen. Muss faszinierend sein.
    Das Highlight ist natürlich die Begegnung mit den Walhaien. Was für ein unglaublicher Gänsehaut-Moment.

  3. Jindra Krichbaum

    Diese Tage werden bestimmt zu euren TOP 5 gehören! (Auch wenn es wahrscheinlich schwer ist, die TOP 5 zu benennen bei so einer langen Reise durch das riesige Kontinent).
    Ein Wahnsinn, so etwas erleben zu dürfen!
    Da wartet auf mich viel Überredungsarbeit meinen Mann zu überzeugen, dass so ein Erlebnis für mich ein einmaliges Ereignis im Leben bleibt. (Er schnorchelt nämlich nicht).
    Ich bin gerade in meiner Planung in dieser Gegend. Jetzt muss ich nochmals lesen, ob die Wahlhaien auch im November dort sind.
    Wer hat die Fotos unter Wasser gemacht? Vor allem mit en Haien.
    Wie lange seid ihr in der Gegend insgesamt geblieben?

    1. Hallo Jindra,

      die Walhaie sind leider nur in der Zeit von Mitte März bis Juli am Ningaloo Reef unterwegs. Allerdings kann man hier auch mit Buckelwalen schwimmen, bestimmt auch ein wahnsinnig faszinierendes Erlebnis – allerdings wohl nur bis Ende Oktober?!

      Die Bilder, die du im Blog sehen kannst, habe ich selbst mit einer Go Pro gemacht, es ist erlaubt eine Kamera ohne Verlängerung mitzunehmen. Es werden allerdings auch Fotos von einer Fotografin gemacht, die jeder im Anschluss bekommt. Das sind natürlich Fotos von den Tieren, aber auch von jedem Schwimmer zusammen mit einem Walhai. Die Bilder sind wirklich toll.

      In der Gegend waren wir 3 Nächte, 2 Nächte auf dem Yardie Creek Campground und eine Nacht am Yardie Homestead Campground. Der Yardie Creek Campground liegt ganz am Ende der geteerten Straße und bietet viel Ruhe und liegt direkt am Wanderweg durch die Yardie Creek Gorge.

      Liebe Grüße,
      Nicole und Steven

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